Baden-Württemberg war 2010 mit drei ersten Plätzen und vielen weiteren Preisen das erfolgreichste Bundesland beim Bundeswettbewerb in Essen:

1. Preis Biologie - Bundessieg

Einladung der EU zum 22nd European Union Contest for Young Scientists und Europa-Preis der Deutscen Forschungsgemeinschaft e.V.

Sieger 2010 Bio

Florian Schreier, rechts (20), Bräunlingen
Karlsruher Institut für Technologie KIT, Karlsruhe

Thomas Irion, links (18), Bad Dürrheim
Fürstenberg-Gymnasium, Donaueschingen

Lukas Dieterle, Mitte (20), Unadingen
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Lörrach


Von realen und virtuellen Fischen
Schwarmverhalten in Wasser und Silizium 2.0

Florian Schreier, Thomas Irion und Lukas Dieterle haben verschiedene Arten von Schwarmfischen in einem Aquarium beobachtet und versucht, Regeln in ihrem Schwarmverhalten herauszufinden. Für ihre Analyse verwendeten sie eine in diesem Zusammenhang neue Methode. Ausgehend von den am lebenden Objekt gewonnenen Erkenntnissen entwarfen die drei Jungforscher ein Simulationsprogramm mit einem virtuellen Fischschwarm. Dabei wurden die Schwarmmitglieder mit wenigen elementaren Verhaltensregeln versehen, die die Jungforscher aus der Beobachtung der realen Fische ableiteten. Beim Vergleich des virtuellen mit dem realen Schwarm ergab sich beim Verhalten ein hohes Maß an Übereinstimmung.

 

1. Preis Arbeitswelt - Bundessieg
Preis der Deutschen Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung e. V.

Sieger 2010 Arbeitswelt

Tobias Kühfuß, links (19), Bietigheim-Bissingen
Robert Bosch GmbH, Stuttgart

Christopher Dörrer (18), Filderstadt
Robert Bosch GmbH, Stuttgart


Schnelle Schraubensuche

Vorrichtung und Verfahren zum Bestimmen von Außengewinden

In mechanischen Werkstätten werden Maschinen aus unterschiedlichen Herkunftsländern instandgesetzt. Wird dabei eine Ersatzschraube benötigt, ist zunächst mit nicht unerheblichem Aufwand die betreffende Gewindenorm zu ermitteln. Die Schraube muss mit verschiedenen Gewindelehren abgetastet, der Durchmesser festgestellt und die Gewindenorm aus dem entsprechenden Tabellenblatt herausgesucht werden. Dank der Vorrichtung von Tobias Kühfuß und Christopher Dörrer lässt sich die Suche nach der passenden Schraube jetzt schneller erledigen: Die Schraube wird in das Gerät eingelegt, der Messvorgang gestartet und nach wenigen Sekunden das Ergebnis inklusive des Online-Lieferanten und der Bestellnorm angezeigt.

 

 

Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit - Bundessieg
Preis des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall e. V.

Preis_der_Bundeskanzlerin_ARB
Marc Imbery, rechts (20), Bötzingen
SICK AG, Waldkirch

Fabian Anhorn, Mitte (21), Simonswald
SICK AG, Waldkirch

Fabian Rupp, links (21), Elzach
SICK AG, Waldkirch


Schief gewickelt war gestern
ROPEoter Advanced - automatisierte Wicklungsmaschine für Feuerwehrrettungsleinen

Die feuerwehrtechnischen Richtlinien schreiben vor, wie eine Feuerwehrrettungsleine gewickelt werden muss. Das kann sehr mühevoll sein, denn eine Leine von Hand aufzuwickeln, dauert sehr lange. Hinzu kommt, dass diese Tätigkeit unmittelbar im Anschluss an jeden Einsatz durchgeführt werden muss. Marc Imbery, Fabian Anhorn und Fabian Rupp haben daher eine Maschine entwickelt, die das mühsame Leinenwickeln automatisiert. ROPEoter Advanced sorgt neben einer gravierenden Zeitersparnis auch für eine hohe Genauigkeit beim Wickelvorgang.

 

 

3. Preis Geo- und Raumwissenschaften

GEO_RAUM_Bund_2010


Christopher Becker, rechts (17), Mannheim
Peter-Petersen-Gymnasium, Mannheim

Klaus-Peter Becker (19), Mannheim
Peter-Petersen-Gymnasium, Mannheim


Hilfe per Computersimulation
Simulation der HIV-Epidemie im südlichen Afrika

Trotz jahrelanger medizinischer Forschung und vieler Hilfsprogramme staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen ist man besonders in Entwicklungsländern noch weit davon entfernt, HIV/AIDS unter Kontrolle zu bekommen. Begrenzte Ressourcen, mangelnde Absprachen sowie Probleme bei der Planung der Hilfsmaßnahmen sind die Hauptschwierigkeiten bei dem Versuch, der weiteren Ausbreitung der Krankheit wirksam zu begegnen. Christopher und Klaus-Peter Becker entwickelten eine Computersimulation, die Epidemiologen und Programmverantwortlichen die Bewältigung dieser Schwierigkeiten erleichtern soll und zum Beispiel Hilfsorganisationen als ein wichtiges Hilfsmittel für die Planung ihrer Arbeit dienen kann.

 

 

4. Preis Physik

Physik Bund 2010
Jonas Klinkhammer, rechts (19), Tamm
Kepler-Seminar für Naturwissenschaften, Stuttgart

Paul Kabisch, Mitte (19), Ludwigsburg
Kepler-Seminar für Naturwissenschaften, Stuttgart

Andreas Mayer, links (20), Bietigheim-Bissingen
Kepler-Seminar für Naturwissenschaften, Stuttgart


Webcam deckt Strahlung auf
AlphaCam - das Unsichtbare sichtbar gemacht

Der Nachweis von Alphastrahlung, einer ionisierenden Strahlung, die bei einem radioaktiven Zerfallsprozess auftritt, ist im Bereich von Forschung und Technik wichtig. Herkömmliche Detektoren, die dafür genutzt werden, sind teuer oder in ihrer Funktion eingeschränkt. Im Rahmen ihrer Arbeit haben Jonas Klinkhammer, Paul Kabisch und Andreas Mayer daher ein neuartiges Detektorsystem entwickelt: die AlphaCam. Diese funktioniert auf Basis einer modifizierten Webcam und einer selbst geschriebenen Auswertungssoftware. Das Detektorsystem ermöglicht orts- und energieaufgelöste Messungen, ist handlich, mobil, zuverlässig und preiswerter als vergleichbare Geräte.

 

5. Preis Chemie
Preis der Union deutscher ZONTA-Clubs

Chemie Bund 2010
Katja Mahlenbrei, links (17), Andelfingen
Kreisgymnasium Riedlingen, Riedlingen

Verena Baier (18), Ittenhausen
Kreisgymnasium Riedlingen, Riedlingen


Vorsicht, Wasserstoff!
Dem Wasserstoff auf der Spur - Sensor und Warngerät

Wasserstoff spielt in der Energieerzeugung, aber auch in der Chemie eine wichtige Rolle. Katja Mahlenbrei und Verena Baier entwickelten eine Messeinrichtung, die schnell und sicher Wasserstoffkonzentrationen in der Luft erfasst. Herzstück ist eine Brennstoffzelle, die selektiv auf das Gas reagiert und dabei elektrische Spannung erzeugt. Bei ihren Experimenten mit verschiedenen Gasgemischen und bei unterschiedlichen Temperaturen stellten die beiden fest, dass die Messeinrichtung sensibel auch auf kleinste Wasserstoffmengen anspricht. Damit eignet sie sich sowohl als Sensor wie auch als Warngerät. Derzeit beschäftigen sich die beiden Jungforscherinnen mit dem Bau eines Mini-Alarmgeräts, das ähnlich wie ein Feuermelder beispielsweise an der Decke befestigt werden kann.

 

Einladung der Ernst A. C. Lange-Stiftung, Bremen, und der China Association for Science and Technology zum „25th China Adolescent Science and Technology Innovation Contest"

Bio Bund 2010
Cornelius Hennch (17), Heidelberg
Bunsen-Gymnasium, Heidelberg

Ali Abbasi, rechts (18), Dossenheim
Bunsen-Gymnasium, Heidelberg


Die Dosis macht das Gift
Hormesis – Erklärung durch Zusammenspiel von Adaption und Apoptose auf zellulärer Ebene?

Die Dosis macht das Gift. Dieser Grundsatz gilt noch heute als gängige Lehrmeinung in der Toxikologie. In der Radiologie dagegen wird ein Modell verwendet, das eine lineare Beziehung zwischen Dosis und Schäden annimmt. Doch was ist nun richtig? Kann es sein, dass niedrige Strahlendosen auf ähnliche Weise den Körper stärken, wie niedrige Dosen eines Giftes? Besitzt Strahlung unterhalb einer bestimmten Dosisschwelle auch eine heilende Wirkung? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Ali Abbasi und Cornelius Hennch. Sie wiesen in menschlichen Zellen nach, dass die Anpassung von gesunden Zellen an die Strahlung sowie Apoptose – der programmierte Zelltod – von mutierten Zellen positive Effekte der Strahlung erklären können, wie beispielsweise ein gesenktes Krebsrisiko.