Baden-Württemberg war 2010 mit drei ersten Plätzen und vielen weiteren Preisen das erfolgreichste Bundesland beim Bundeswettbewerb in Essen:
Florian Schreier, rechts (20), Bräunlingen
Karlsruher Institut für Technologie KIT, Karlsruhe
Thomas Irion, links (18), Bad Dürrheim
Fürstenberg-Gymnasium, Donaueschingen
Lukas Dieterle, Mitte (20), Unadingen
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Lörrach
Florian Schreier, Thomas Irion und Lukas Dieterle haben verschiedene Arten von Schwarmfischen in einem Aquarium beobachtet und versucht, Regeln in ihrem Schwarmverhalten herauszufinden. Für ihre Analyse verwendeten sie eine in diesem Zusammenhang neue Methode. Ausgehend von den am lebenden Objekt gewonnenen Erkenntnissen entwarfen die drei Jungforscher ein Simulationsprogramm mit einem virtuellen Fischschwarm. Dabei wurden die Schwarmmitglieder mit wenigen elementaren Verhaltensregeln versehen, die die Jungforscher aus der Beobachtung der realen Fische ableiteten. Beim Vergleich des virtuellen mit dem realen Schwarm ergab sich beim Verhalten ein hohes Maß an Übereinstimmung.
Tobias Kühfuß, links (19), Bietigheim-Bissingen
Robert Bosch GmbH, Stuttgart
Christopher Dörrer (18), Filderstadt
Robert Bosch GmbH, Stuttgart
In mechanischen Werkstätten werden Maschinen aus unterschiedlichen Herkunftsländern instandgesetzt. Wird dabei eine Ersatzschraube benötigt, ist zunächst mit nicht unerheblichem Aufwand die betreffende Gewindenorm zu ermitteln. Die Schraube muss mit verschiedenen Gewindelehren abgetastet, der Durchmesser festgestellt und die Gewindenorm aus dem entsprechenden Tabellenblatt herausgesucht werden. Dank der Vorrichtung von Tobias Kühfuß und Christopher Dörrer lässt sich die Suche nach der passenden Schraube jetzt schneller erledigen: Die Schraube wird in das Gerät eingelegt, der Messvorgang gestartet und nach wenigen Sekunden das Ergebnis inklusive des Online-Lieferanten und der Bestellnorm angezeigt.

Marc Imbery, rechts (20), Bötzingen
SICK AG, Waldkirch
Fabian Anhorn, Mitte (21), Simonswald
SICK AG, Waldkirch
Fabian Rupp, links (21), Elzach
SICK AG, Waldkirch
Die feuerwehrtechnischen Richtlinien schreiben vor, wie eine Feuerwehrrettungsleine gewickelt werden muss. Das kann sehr mühevoll sein, denn eine Leine von Hand aufzuwickeln, dauert sehr lange. Hinzu kommt, dass diese Tätigkeit unmittelbar im Anschluss an jeden Einsatz durchgeführt werden muss. Marc Imbery, Fabian Anhorn und Fabian Rupp haben daher eine Maschine entwickelt, die das mühsame Leinenwickeln automatisiert. ROPEoter Advanced sorgt neben einer gravierenden Zeitersparnis auch für eine hohe Genauigkeit beim Wickelvorgang.
Christopher Becker, rechts (17), Mannheim
Peter-Petersen-Gymnasium, Mannheim
Klaus-Peter Becker (19), Mannheim
Peter-Petersen-Gymnasium, Mannheim
Trotz jahrelanger medizinischer Forschung und vieler Hilfsprogramme staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen ist man besonders in Entwicklungsländern noch weit davon entfernt, HIV/AIDS unter Kontrolle zu bekommen. Begrenzte Ressourcen, mangelnde Absprachen sowie Probleme bei der Planung der Hilfsmaßnahmen sind die Hauptschwierigkeiten bei dem Versuch, der weiteren Ausbreitung der Krankheit wirksam zu begegnen. Christopher und Klaus-Peter Becker entwickelten eine Computersimulation, die Epidemiologen und Programmverantwortlichen die Bewältigung dieser Schwierigkeiten erleichtern soll und zum Beispiel Hilfsorganisationen als ein wichtiges Hilfsmittel für die Planung ihrer Arbeit dienen kann.

Jonas Klinkhammer, rechts (19), Tamm
Kepler-Seminar für Naturwissenschaften, Stuttgart
Paul Kabisch, Mitte (19), Ludwigsburg
Kepler-Seminar für Naturwissenschaften, Stuttgart
Andreas Mayer, links (20), Bietigheim-Bissingen
Kepler-Seminar für Naturwissenschaften, Stuttgart
Der Nachweis von Alphastrahlung, einer ionisierenden Strahlung, die bei einem radioaktiven Zerfallsprozess auftritt, ist im Bereich von Forschung und Technik wichtig. Herkömmliche Detektoren, die dafür genutzt werden, sind teuer oder in ihrer Funktion eingeschränkt. Im Rahmen ihrer Arbeit haben Jonas Klinkhammer, Paul Kabisch und Andreas Mayer daher ein neuartiges Detektorsystem entwickelt: die AlphaCam. Diese funktioniert auf Basis einer modifizierten Webcam und einer selbst geschriebenen Auswertungssoftware. Das Detektorsystem ermöglicht orts- und energieaufgelöste Messungen, ist handlich, mobil, zuverlässig und preiswerter als vergleichbare Geräte.

Katja Mahlenbrei, links (17), Andelfingen
Kreisgymnasium Riedlingen, Riedlingen
Verena Baier (18), Ittenhausen
Kreisgymnasium Riedlingen, Riedlingen
Wasserstoff spielt in der Energieerzeugung, aber auch in der Chemie eine wichtige Rolle. Katja Mahlenbrei und Verena Baier entwickelten eine Messeinrichtung, die schnell und sicher Wasserstoffkonzentrationen in der Luft erfasst. Herzstück ist eine Brennstoffzelle, die selektiv auf das Gas reagiert und dabei elektrische Spannung erzeugt. Bei ihren Experimenten mit verschiedenen Gasgemischen und bei unterschiedlichen Temperaturen stellten die beiden fest, dass die Messeinrichtung sensibel auch auf kleinste Wasserstoffmengen anspricht. Damit eignet sie sich sowohl als Sensor wie auch als Warngerät. Derzeit beschäftigen sich die beiden Jungforscherinnen mit dem Bau eines Mini-Alarmgeräts, das ähnlich wie ein Feuermelder beispielsweise an der Decke befestigt werden kann.

Cornelius Hennch (17), Heidelberg
Bunsen-Gymnasium, Heidelberg
Ali Abbasi, rechts (18), Dossenheim
Bunsen-Gymnasium, Heidelberg
Die Dosis macht das Gift. Dieser Grundsatz gilt noch heute als gängige Lehrmeinung in der Toxikologie. In der Radiologie dagegen wird ein Modell verwendet, das eine lineare Beziehung zwischen Dosis und Schäden annimmt. Doch was ist nun richtig? Kann es sein, dass niedrige Strahlendosen auf ähnliche Weise den Körper stärken, wie niedrige Dosen eines Giftes? Besitzt Strahlung unterhalb einer bestimmten Dosisschwelle auch eine heilende Wirkung? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Ali Abbasi und Cornelius Hennch. Sie wiesen in menschlichen Zellen nach, dass die Anpassung von gesunden Zellen an die Strahlung sowie Apoptose – der programmierte Zelltod – von mutierten Zellen positive Effekte der Strahlung erklären können, wie beispielsweise ein gesenktes Krebsrisiko.